Bangkok, die pulsierende Hauptstadt Thailands, sieht sich einer alarmierenden Realität gegenüber: Bis zum Jahr 2100 könnte die Stadt vollständig im Meer versinken. Diese düstere Prognose stammt von Wissenschaftlern, die warnen, dass der Klimawandel die früheren Hochwasser-Vorhersagen obsolet macht und die Unsicherheit über die zukünftigen Wasserstände weiter erhöht. Experten der Kasetsart Universität haben daher ein innovatives Stadtplanungskonzept entwickelt: die Schwamm-Stadt. Dieses Konzept zielt darauf ab, den Boden so zu gestalten, dass er Regenwasser speichert und somit Überschwemmungen effektiv verhindert. Geplant ist ein Umbau in sechs Funktionsbereiche, die verschiedene Wasserbewirtschaftungsstrategien verfolgen. Im Westen soll der Wasserdurchfluss gebremst werden, um gefährliche Spitzen abzufangen, während im Osten Rückhaltebecken zur besseren Wasserverteilung geschaffen werden sollen. Der Norden hingegen sieht die Beseitigung von Engpässen an Kanälen vor, um einen schnelleren Wasserabfluss zu ermöglichen. Ohne sofortige Maßnahmen drohen der Stadt wirtschaftliche Schäden in Höhe von 49 Milliarden Baht, während eine Umsetzung des Schwamm-Stadt-Konzepts diese Summe auf 16 Milliarden Baht senken könnte. Zudem würde der Umbau den Menschen im Ernstfall bis zu zwei Stunden mehr Zeit zur Flucht geben. Ein zentrales Problem bleibt jedoch die schlechte Vernetzung der vorhandenen Technik, was die Effektivität der Abflusssysteme stark einschränkt. Weitere Details zu dieser alarmierenden Situation können in einem Artikel auf Wochenblitz nachgelesen werden.

Die Flutkrise verschärft sich

Die Situation in Bangkok wird immer prekärer. Experten warnen, dass bis 2030 der Großteil der Stadt unter Wasser stehen könnte. Dr. Sonthi Kotchawat von der Thai Environmental Scholars Association hebt hervor, dass eine Überarbeitung der Hochwassermanagementstrategie dringend notwendig ist. Die Hauptfaktoren, die zu dieser Krise führen, sind vielfältig: Zum einen sinkt Bangkok jährlich um etwa einen Zentimeter, da die Stadt auf einem Delta liegt, das nur einen Meter über dem Meeresspiegel liegt. Zum anderen steigt der Meeresspiegel jährlich um durchschnittlich drei bis fünf Millimeter aufgrund des Klimawandels und des Abschmelzens der Polkappen. Auch extreme Wetterbedingungen, wie ein Temperaturanstieg von nur einem Grad Celsius, könnten Niederschläge um 7 % erhöhen und zu häufigeren sowie intensiveren Regenfällen führen, die über 100 Millimeter pro Tag erreichen können.

Das derzeitige Entwässerungssystem ist auf die Bewältigung von 60 Millimetern Regen pro Stunde ausgelegt, was in Zeiten extremer Niederschläge oft nicht ausreicht. Verstopfte und flache Kanäle behindern zusätzlich die Wasserableitung, was die Überschwemmungsgefahr erhöht. Der Verlust von natürlichen Überschwemmungsgebieten, die durch Stadtentwicklung von 92.000 Rai auf nur noch 34.000 Rai geschrumpft sind, verschärft das Problem weiter. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, empfehlen Experten integriertes Management, das von einer nationalen Stelle zentral überwacht werden sollte. Eine „Wasserautobahn“ zur Ableitung von Hochwasser in den Golf von Thailand sowie der Bau groß angelegter Hochwasserschutzstrukturen, ähnlich den Deltawerken in den Niederlanden, werden als mögliche Lösungen diskutiert. Im Extremfall könnte sogar eine Verlegung der Hauptstadt in Betracht gezogen werden, ähnlich der Entscheidung Indonesiens, Jakarta nach Nusantara zu verlegen. Weitere Informationen zur Flutkrise in Bangkok sind in einem Artikel auf Thailandtip zu finden.

Hochwasserrisikomanagement im Fokus

Das Hochwasserrisikomanagement ist ein zentrales Thema, das auch in Deutschland große Bedeutung hat. Es umfasst Hochwasser an oberirdischen Gewässern, Küstenhochwasser und Grundwasserhochwasser. Dieses Management besteht aus drei Kernelementen, die in einem sechsjährigen Zyklus überprüft werden. Ziel ist es, den Fortschritt der Maßnahmenumsetzung zu bewerten und Anpassungen vorzunehmen, die aufgrund neuer Erkenntnisse, insbesondere den Auswirkungen des Klimawandels, erforderlich werden. Die Bewertung des Hochwasserrisikos erfolgt durch die Analyse des Schadenspotenzials auf menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten. Überschwemmungsgebiete sind definiert als Gebiete, die bei Hochwasser eines oberirdischen Gewässers überschwemmt werden, und besondere bauliche Schutzvorschriften gelten in diesen Gebieten. Mehr über das Hochwasserrisikomanagement kann auf der Website des Umweltbundesamtes nachgelesen werden.