Korruptionsskandal in Bangkoks öffentlicher Beschaffung: Fitnessgeräte unter Verdacht
In Bangkok brodelt es im Bereich der öffentlichen Beschaffung, und das nicht zu knapp. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, Licht ins Dunkel zu bringen und untersucht nun umstrittene Beschaffungen von Fitnessgeräten. Am 18. Juli gab die stellvertretende Gouverneurin Thawida Kamolvej den offiziellen Startschuss für diese neue Prüfwelle. Es wird spannend, denn gleich 17 weitere Projekte stehen nun auf dem Prüfstand, nachdem bereits sieben Fälle genauer unter die Lupe genommen wurden. Stadtsekretär der Bangkoker Verwaltung, der die Kommission einsetzte, unterzeichnete das entsprechende Dokument am 15. Juli. Innerhalb von 30 Tagen sollen die Prüfer nun Ergebnisse liefern – die ersten Erkenntnisse sind für den 15. August angekündigt.
Der zentrale Fokus der Untersuchungen liegt auf der Überprüfung der mittleren Preise der bereits abgelaufenen Projekte. Eine Ausschusssitzung zur Überprüfung der Referenzpreise ist bereits für den 23. Juli angesetzt. Thawida betont, dass alle Schritte zur Wiederherstellung des Vertrauens der Bevölkerung beschleunigt werden müssen. Schließlich gibt es in der Stadtverwaltung von Bangkok ernsthafte Korruptionsvorwürfe. 25 Beamte der Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) stehen im Verdacht, an Preisabsprachen beteiligt gewesen zu sein. In den bisherigen Projekten wurden Fitnessgeräte zu überhöhten Preisen im Gesamtwert von 77,22 Millionen Baht gekauft – das ist schon eine stolze Summe!
Korruption und ihre Folgen
Ein Beamter hat bereits seinen Hut genommen, während andere auf inaktive Posten versetzt wurden. Eine weitere Untersuchung soll klären, ob hier disziplinarisches Fehlverhalten vorliegt. Und das ist noch nicht alles! Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden an die Nationale Antikorruptionskommission (NACC) weitergeleitet, die dann die Preisabsprachen bei Ausschreibungen unter die Lupe nehmen kann. Die BMA stellte fest, dass den Bewerbern ungerechtfertigte Anforderungen auferlegt wurden. Das machte die Ausschreibung alles andere als fair. Zum Beispiel mussten die Bewerber nachweisen, dass sie zuvor mindestens 40 Aufträge im Wert der sieben Projekte gewonnen hatten. Das war weit über den Empfehlungen des Finanzministeriums.
Die Anti-Korruptions-Organisation Thailands (ACT) hat die Angelegenheit ebenfalls aufgegriffen und fordert von der BMA entsprechende Maßnahmen. Zwei Unternehmen erhielten schließlich die Zuschläge für die Lieferung der Fitnessgeräte. Doch die Preise waren hoch gesetzt, was die erfolgreichen Gebote im Vergleich niedriger erscheinen ließ. Ein Beispiel gefällig? Ein Laufband wurde für 759.000 Baht gekauft, während ähnliche Produkte zwischen 100.000 und 300.000 Baht kosteten. Ein echtes Schnäppchen, oder? Der Gouverneur von Bangkok, Chadchart Sittipunt, hat bereits öffentlich erklärt, dass Korruption bei der BMA eine beklagenswerte Realität sei. Außerdem betont er, dass die Lücken im Vergaberecht unbedingt geschlossen werden müssen.
Reformen in der öffentlichen Beschaffung
Umso bemerkenswerter ist es, dass Bangkok beabsichtigt, die öffentliche Beschaffung als strategischen Hebel für wirtschaftliches Wachstum zu nutzen. Die thailändische Regierung plant, das öffentliche Beschaffungssystem in ein zentrales wirtschaftspolitisches Instrument zu verwandeln. Der Fokus liegt hierbei auf der gezielten Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Start-ups und nachhaltiger Entwicklung. Dieser Wandel wurde am 27. April von Vizepremierminister und Finanzminister Eaknithi Nitithanprapas auf der International Public Procurement Conference 2026 vorgestellt.
Öffentliche Beschaffung macht in vielen Ländern 10-20% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, und auch Thailand hat große Ambitionen. Die Reformagenda basiert auf vier strategischen Säulen: Digitale Transformation durch eine elektronische Beschaffungsplattform, nachhaltige Beschaffung, Innovation und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Sozialunternehmen. Außerdem wurde eine Open-Data-Initiative ins Leben gerufen, um die Transparenz zu erhöhen und die unabhängige Kontrolle der Beschaffungsdaten zu gewährleisten.
Das thailändische Comptroller General’s Department (CGD) wurde bereits als regionales Vorbild anerkannt. Die Ministerin Patricia Mongkolvanich betont, dass öffentliche Beschaffung derzeit schon 10% des thailändischen BIP ausmacht. Die Regierung plant, die Standards im Beschaffungswesen an internationale Maßstäbe anzugleichen und die Rechtsreformen zu beschleunigen. Die Absicht ist klar: Nicht ausgeschöpfte Beschaffungsbudgets sollen in wirtschaftliche Konjunkturmaßnahmen umgeleitet werden. Ein Ziel, das nicht nur für die Stadtverwaltung, sondern für das gesamte Land von Bedeutung ist.
