Wie oft haben wir schon von den Herausforderungen gehört, die der Klimawandel mit sich bringt? Ab dem 1. Januar 2026 wird die EU mit dem Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) einen neuen Schritt in dieser Richtung gehen. Dieses System wird zunächst für sechs Hauptproduktgruppen gelten: Stahl, Aluminium, Zement, Dünger, Elektrizität und Wasserstoff. Die Umsetzung dieses Mechanismus wird als bedeutender Wendepunkt im internationalen Handel angesehen. Das Besondere daran? Die CO2-Kosten werden die Wettbewerbsfähigkeit auf eine ganz neue Weise beeinflussen. Wenn man sich die thailändische Industrie anschaut, sieht man, dass sie vor enormen Herausforderungen steht. Die Energieinfrastruktur ist oft unzureichend, Klimagesetze werden verzögert, und die finanziellen Mittel für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft sind begrenzt.

Besonders hart trifft es die thailändische Stahl- und Aluminiumindustrie, die signifikante Exporte in die EU hat: 504 Millionen USD für Stahl und 71 Millionen USD für Aluminium im Jahr 2568. Angesichts der Tatsache, dass Thailand keine standardisierten Systeme zur Messung von CO2-Emissionen hat, könnten die Exportkosten um 3-5% für Stahl und 1-2% für Aluminium steigen. Die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen erhöht zudem die CO2-Intensität der thailändischen Produkte im Vergleich zu Wettbewerbern wie Vietnam und Indien. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen nicht nur die Produktionsprozesse angepasst werden, sondern auch die CO2-Emissionen reduziert werden, um die Anforderungen der EU zu erfüllen.

Die Herausforderungen des CBAM

Die EU verlangt von Importeuren, CBAM-Zertifikate zu erwerben, die den CO2-Gehalt der importierten Waren widerspiegeln. Das bedeutet für die thailändische Industrie, dass sie sich nicht nur auf die neuen Regularien einstellen, sondern auch ihre Energieeffizienz verbessern und die CO2-Bilanz ihrer Produkte erfassen muss. Auch die thailändische Regierung hat erkannt, dass Maßnahmen notwendig sind. Sie plant, Gesetze zur Bekämpfung des Klimawandels zu erlassen und den Zugang zu sauberer Energie zu fördern. Aber das ist nicht alles: Die Unterstützung durch die Regierung und den Finanzsektor ist entscheidend für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in Thailand.

Und was passiert in der EU? Der CBAM wird die Importkosten für Stahl erhöhen, was Non-EU-Produzenten dazu zwingt, ihre Emissionen zu reduzieren, um Marktanteile zu behalten. Die EU-Stahlhersteller werden durch diesen Mechanismus vor günstigeren, emissionsintensiven Importen geschützt. Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: steigende Kosten durch das Emissionshandelssystem (ETS) und den CBAM stellen die Unternehmen vor immense Probleme. Es wird sogar gefordert, dass der CBAM auf mehr downstream Produkte, insbesondere stahlintensive Produkte, ausgeweitet wird, um Kohlenstoffleckagen zu verhindern. Aktuell deckt der CBAM hauptsächlich Rohstoffe ab, wodurch eine Umgehung des Systems durch zusätzliche Verarbeitung möglich ist – zum Beispiel bei Zahnrädern oder Lagern.

Ein Blick in die Zukunft

Das Parlament der EU hat kürzlich Änderungen am CBAM genehmigt, die darauf abzielen, die Vorschriften zu vereinfachen. Ein neuer De-minimis-Massenwert wird eingeführt, sodass Einfuhren von bis zu 50 Tonnen pro Importeur und Jahr von den CBAM-Vorschriften ausgenommen sind. Das betrifft etwa 90 % der Importeure, die hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen sowie Privatpersonen sind. Diese Regelung könnte eine Erleichterung für viele darstellen, während 99 % der gesamten CO2-Emissionen aus Einfuhren von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement und Düngemitteln weiterhin unter dem CBAM bleiben. Es werden auch Schutzmaßnahmen eingeführt, um sicherzustellen, dass die CO2-Emissionen eingehalten werden.

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Diese Entwicklungen zeigen, dass der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU darauf abzielt, den CO2-Preis für EU-Produkte an den Preis für importierte Waren anzugleichen. Am Anfang des Jahres 2026 wird die Kommission prüfen, ob der Anwendungsbereich des CBAM auf andere ETS-Sektoren ausgeweitet werden soll. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung? Vielleicht. Die Zeit wird zeigen, wie sich all diese Regelungen auf die globale Wettbewerbsfähigkeit auswirken und ob der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft tatsächlich gelingt.