Leben zwischen den Welten: Erasmo und James‘ Neuanfang in Bangkok
Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihre Heimat hinter sich lassen und in ein anderes Land ziehen. Für Erasmo Guerra und seinen Partner James war es die Suche nach einem angenehmeren und sichereren Lebensumfeld, das sie von New York nach Bangkok führte. Der Umzug war nicht einfach, aber die beiden haben ihn gewagt – und das aus gutem Grund. Nach 31 Jahren in der hektischen Metropole New York, wo Gewalt gegen asiatische und LGBTQ-Gemeinschaften immer häufiger vorkam, empfanden sie das Leben in Thailand als einladender und erschwinglicher.
Vor etwa zwei Jahren erhielten Guerra und James ein thailändisches Fünfjahresvisum für Remote-Worker. Dies gab ihnen die Freiheit, den Umzug in die Tat umzusetzen. Sie vermieteten ihr kleines Studio-Apartment in Manhattan und packten den Rest ihres Lebens in einen Kellerlagerraum. Die Mieteinnahmen helfen, die Hypothek zu decken, während sie weiterhin ihre monatlichen Nebenkosten bezahlen. Und das Leben in Bangkok? Das ist einfach anders. Ihre neue Wohnung bietet zwar nicht viel mehr Platz als das kleine New Yorker Apartment, dafür aber eine Lebensqualität, die sie in ihrer alten Heimat vermisst hatten.
Lebenshaltungskosten und Lebensqualität
Eine der größten Überraschungen für das Paar waren die Lebenshaltungskosten in Bangkok. Die Ausgaben für Essen außer Haus betragen weniger als 15 Dollar täglich, und eine Mahlzeit für zwei Personen kostet gerade einmal 3 Dollar. Zum Vergleich: In New York sind solche Preise unvorstellbar. Die monatlichen Lebensmittelkosten liegen bei etwa 60 Dollar – das ist ein echter Schnapper!
Guerra schätzt die Geduld der Thailänder, die ihm beim Erlernen der Sprache helfen. In einer Stadt, die für ihre Freundlichkeit bekannt ist, fühlt er sich einfach wohler. Komischerweise macht das auch einen großen Unterschied in der täglichen Lebensqualität. Eine Zahnreinigung kostet weniger als 50 Dollar, und ein Haarschnitt schlägt mit weniger als 6 Dollar zu Buche. Das ist ein echter Luxus, den man in New York nicht so einfach findet.
Der Preis des Lebens
Die Lebenshaltungskosten in Thailand sind im Vergleich zu Deutschland ebenfalls deutlich günstiger. Laut einer Analyse liegen die Lebenshaltungskosten in Thailand bei 50-60% der deutschen Kosten. Für Paare, die wie Guerra und James leben, können die monatlichen Gesamtkosten zwischen 1.400 und 1.700 Euro liegen. Mietkosten sind in Thailand 50-70% günstiger als in deutschen Großstädten, was für viele Auswanderer ein entscheidender Faktor ist.
In Bangkok variieren die Mietpreise je nach Lage und Ausstattung. Ein unmöbliertes 1-Zimmer-Apartment im Stadtzentrum kostet etwa 340 bis 540 Euro, während die Preise in ländlicheren Gebieten noch niedriger sind. Das macht die Wohnungssuche für Auswanderer einfacher. Viele nutzen lokale Online-Portale oder Facebook-Gruppen, um ein passendes Zuhause zu finden.
Persönliche Geschichten und Erinnerungen
Das Leben in Bangkok hat auch seine emotionalen Herausforderungen. James bedauert, dass seine Mutter die Wohnung in Bangkok nicht mehr nutzen konnte, da sie verstorben ist. Bei einem Besuch stieß Guerra auf ein Geschäft mit dem Namen „Pikun Silver“, das für ihn ein Zeichen war, dass James‘ Mutter immer noch bei ihnen ist. Solche kleinen Dinge schaffen eine Verbindung zur Heimat und helfen dabei, die Trauer zu verarbeiten.
Das Visum für Thailand läuft bald ab, und die beiden denken über eine Rückkehr nach New York nach. Doch im Moment sind sie fokussiert auf ihr Leben in Bangkok. Erinnerungen, neue Erfahrungen und ein Gefühl von Sicherheit prägen ihren Alltag. In einer Stadt, die sie als freundlicher empfinden, scheint die Entscheidung, auszuwandern, genau die richtige gewesen zu sein.
