Bhutan – ein kleines Land im Himalaya, das nicht nur für seine atemberaubenden Landschaften bekannt ist, sondern auch für seine einzigartige Herangehensweise an Wohlstand und Glück. Kürzlich besuchte THE STANDARD WEALTH Bhutan in Zusammenarbeit mit der Tourism Authority of Thailand (TAT). In diesem Land wird der Erfolg nicht an den gängigen wirtschaftlichen Kennzahlen, wie dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), gemessen, sondern am „Gross National Happiness“ (GNH). Dieses Konzept wurde 1972 von König Jigme Singye Wangchuck eingeführt und zielt darauf ab, eine Balance zwischen materieller und spiritueller Entwicklung zu fördern.

Was macht Bhutan so besonders? Es gibt vier Hauptprinzipien für das GNH: nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Umweltschutz, Erhaltung der Kultur und gute Regierungsführung. Bhutan ist das einzige Land der Welt mit einem negativen Kohlenstoffausstoß – das klingt erst mal verrückt, oder? Doch tatsächlich ist es ein bewusster Schritt, um die Umwelt zu schützen. Die Bevölkerung von etwa 700.000 bis 800.000 Menschen lebt größtenteils von der Landwirtschaft, und die meisten Touristen kommen aus Indien, den USA, China und anderen Ländern.

Tourismus und Nachhaltigkeit

Bhutan verfolgt ein „High Value, Low Volume“-Tourismusmodell, das die Anzahl der Touristen begrenzt und damit die Qualität der Erlebnisse sichert. Um diesem Modell treu zu bleiben, haben die TAT und Bhutan ein Memorandum of Understanding (MOU) zur Förderung des Tourismus unterzeichnet. Es gibt 18 wöchentliche Flüge zwischen Thailand und Bhutan, was den Zugang erleichtert, aber die Reise bleibt mit Kosten ab etwa 60.000 Baht für eine 5-tägige All-Inclusive-Reise nicht gerade günstig.

Touristen müssen eine Sustainable Development Fee (SDF) von 200 USD bezahlen, die nach COVID-19 auf 100 USD pro Tag gesenkt wurde. Das klingt zwar abschreckend, aber die Einnahmen fließen in Projekte für Bildung, Gesundheitsversorgung und Umweltschutz. Bhutan hat sich dem nachhaltigen Tourismus verschrieben. Die Regierung reguliert das Tourismussystem und legt Wert auf die Erhaltung der Kultur und des natürlichen Umfelds. Die touristischen Highlights wie Paro, Thimphu und Punakha bieten nicht nur kulturelle Stätten, sondern auch beeindruckende Naturerlebnisse.

Ein Leben im Einklang mit der Natur

Die Werte des Buddhismus, die in Bhutan tief verwurzelt sind, spielen eine zentrale Rolle im täglichen Leben. Etwa 75% der Bevölkerung praktizieren Buddhismus, der Achtsamkeit und rechtes Handeln lehrt. Dieses Streben nach Glück, das seit drei Jahrhunderten im Fokus steht, wurde 2008 in der Verfassung festgeschrieben. Der König selbst erkannte, dass ein höheres BIP nicht automatisch zu mehr Wohlstand führt. Stattdessen wurde das Bruttonationalglück als Ziel der Regierung definiert, was ja irgendwie erfrischend anders ist.

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Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen. Hohe Reisekosten schränken die Vielfalt der Touristen ein, und die Regierung muss sich ständig mit den Anforderungen der modernen Welt auseinandersetzen. Kritiker, wie der Ministerpräsident Tshering Tobgay, hinterfragen die Wirksamkeit des GNH und dessen Einfluss auf wirtschaftliche Probleme. Die Balance zwischen ethischen Werten und wirtschaftlichen Anforderungen zu finden, bleibt eine große Herausforderung.

In einer Welt, die oft von materiellem Wohlstand und Wachstum besessen ist, bietet Bhutan einen erfrischenden, wenn auch komplexen Ansatz, der als Vorbild für andere Länder dienen könnte. Internationale Politiker haben bereits begonnen, Bhutans einzigartige Perspektive zu berücksichtigen, um Lebensqualität umfassender zu messen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie dieses kleine Königreich seine Vision für Glück und Wohlergehen weiterhin umsetzen wird.