Heute ist der 15.06.2026 und die Aufregung rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada spürbar. Doch während die Welt auf das sportliche Spektakel blickt, gibt es auch ernste Stimmen, die auf die Herausforderungen und Probleme hinweisen, die die Veranstaltung mit sich bringt. Eine dieser Stimmen ist das „Horizons Project“, das im Mai 2026 die Kampagne „No ICE in the Cup“ ins Leben gerufen hat. Damit wird die Präsenz von ICE (U.S. Immigration and Customs Enforcement) bei den Spielen in Frage gestellt. Diese Kritik kommt nicht von ungefähr, denn laut einer Umfrage von Washington Post und der Universität Maryland lehnen fast zwei Drittel der Amerikaner die Anwesenheit von ICE in den Stadien ab.

In zehn Gastgeberstädten, darunter Los Angeles und Miami, mobilisieren Künstler ihre Kreativität und gestalten kostenlose Download-Poster, die eine politische Botschaft transportieren. Ein Beispiel, das besonders ins Auge fällt, ist das Poster aus Los Angeles: Es zeigt einen Mann im mexikanischen Nationaltrikot, der von zwei Armen festgehalten wird. Solche Darstellungen sollen die Verletzlichkeit bestimmter Gemeinschaften verdeutlichen und einen Raum für Diskussionen schaffen. Mendoza, eine der Organisatoren der Kampagne, hebt hervor, wie wichtig diese Kunst für den Schutz dieser Gemeinschaften ist und sieht in der WM eine Plattform für Empowerment, besonders für Einwanderer.

Die Herausforderungen für lokale Gemeinschaften

Jennifer Li, die Direktorin von Dignity 2026, spricht ebenfalls über die Rechte der Gemeinschaft während der WM. Ihre Koalition setzt sich intensiv mit Themen wie Arbeitsrechten, öffentlicher Gesundheit und Wohnungsfragen auseinander. Es ist bekannt, dass viele Gruppen bereits seit der Präsidentschaft von Donald Trump aktiv sind, um Einwanderer auf mögliche Razzien vorzubereiten. In Dallas beispielsweise bietet die Organisation El Movimiento DFW Schulungen zu Einwanderungsrechten und Notfallplänen an. Die Sorgen, die die ICE-Präsenz mit sich bringt, sind real und dringend, besonders in einem Klima, das von Unsicherheit geprägt ist.

Die Meinungen über die Rolle von ICE während der WM sind widersprüchlich. Während einige Regierungsvertreter eine nicht durchsetzungsfähige Behörde in Los Angeles ankündigen, mobilisieren über 120 zivilgesellschaftliche Gruppen, um auf potenzielle Reiseprobleme und die Gefahren langer Inhaftierungen hinzuweisen. Die Bedenken über die Anwesenheit von ICE werden als Bedrohung für die Einzigartigkeit des Turniers angesehen. Diese Bedenken haben bereits Auswirkungen auf die Buchungszahlen von Hotels, die berichteten, dass die Sicherheitsbedenken viele Reisende abschrecken.

Menschenrechtliche Probleme in den Gastgeberländern

Die WM ist nicht nur in den USA ein heißes Eisen. Auch in Mexiko und Kanada gibt es signifikante menschenrechtliche Herausforderungen. In Mexiko mobilisieren Behörden über 100.000 Sicherheitskräfte, um Gewalt zu bekämpfen, was in der Vergangenheit oft zu Menschenrechtsverletzungen geführt hat. Über 133.500 Menschen sind in Mexiko verschwunden, und die Entdeckungen von Massengräbern in der Nähe des Estadio Akron in Guadalajara sind erschreckend und alarmierend.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In Kanada wird die Realität der sozialen Verdrängung sichtbar. Obdachlose haben Angst um ihre Existenz durch die sogenannten „Street Sweeps“, bei denen Zeltlager gewaltsam geräumt werden. Ein Beispiel aus Toronto zeigt, wie eine Winterunterkunft für Obdachlose einen Monat zu früh geschlossen wurde, weil die FIFA die Räumlichkeiten gebucht hatte. Solche Entwicklungen verdeutlichen die Schattenseiten eines Events, das von vielen als großartige Feier angesehen wird, während die Realität für viele Menschen ganz anders aussieht.

Die laufende Kampagne „No ICE in the Cup“ und die damit verbundenen Initiativen sind nicht nur ein Zeichen des Protests, sondern auch ein Aufruf zur Solidarität und zu langfristigen Verbesserungen für die Gemeinschaften. Die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft zeigen, wie wichtig es ist, die Stimmen derjenigen zu hören, die oft übersehen werden. Die anstehenden Midterm-Wahlen könnten eine Gelegenheit sein, die grassroots-Bewegungen zu stärken, um die Rechte der Bürger zu fördern und Missstände anzuprangern.

Die WM 2026 wird also nicht nur ein sportliches Ereignis sein, sondern auch ein Brennpunkt für soziale und menschenrechtliche Themen. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie die verschiedenen Akteure auf diese Herausforderungen reagieren werden – und ob es tatsächlich gelingt, die Stimmen der Gemeinschaften, die oft im Hintergrund stehen, in den Vordergrund zu rücken.