Heute ist der 28.05.2026 und die Diskussion über Cannabis in Deutschland nimmt immer mehr Fahrt auf. Die rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren stark verändert, seitdem das Cannabisgesetz (CanG) am 1. April 2024 in Kraft trat. Das Gesetz erlaubt die Gründung von Cannabis Social Clubs (CSCs), und das sorgt für eine Mischung aus Begeisterung und Skepsis – besonders bei den Anwälten, die sich auf diesem jungen und komplexen Rechtsgebiet bewegen.

Olivia Ewenike, eine erfahrene Regulierungsanwältin im Freizeitcannabis-Sektor, hat seit dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) im April 2024 viel erlebt. Ihre Unterstützung bei über 100 Eintragungen und Lizenzanträgen für CSCs ist beeindruckend. Doch trotz dieser Fortschritte sieht sie die Situation im Cannabis-Sektor zwei Jahre nach dem Gesetz als ernüchternd an. „Die Herausforderungen sind enorm“, so Ewenike, „ein großer Teil davon sind die unterschiedlichen Auslegungen von Verwaltungen und die ständigen Verfahrensverzögerungen bei den Erlaubnisbehörden.“

Die Hürden für Cannabis Social Clubs

Cannabis Social Clubs sind nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen, die als eingetragene Vereine organisiert sind. Um einen CSC zu gründen, benötigt man mindestens sieben volljährige Mitglieder mit Wohnsitz in Deutschland. Ewenike betont, dass viele CSCs an langen Verfahrensdauern und überzogenen Anforderungen scheitern, was oft zu wirtschaftlichen Belastungen führt. Die Voraussetzungen sind klar: Sicherheits-, Hygiene- und Rückverfolgbarkeitskonzepte müssen vorgelegt werden, und die Clubs müssen regelmäßig Bericht an die Behörden erstatten.

Nils Harbers, 28 Jahre alt und gelernter Koch sowie Forstwirtschaftsstudent, ist der Hauptinitiator des Mariana Cannabis Projekts. Er hat sich in die Gründung eines CSCs gestürzt und sieht darin eine Chance, eine kontrollierte, gemeinschaftsorientierte Alternative zum Schwarzmarkt zu bieten. „Maximal 500 Mitglieder pro Club, und jeder darf nur 25 Gramm pro Tag abgeben bekommen“, erklärt er. Damit wird der Zugang zu Cannabis geregelt und gleichzeitig der Konsum auf dem Vereinsgelände verboten – ein interessantes Konzept, das für viele noch neu ist.

Leider gibt es auch hier Schwierigkeiten. Ewenike erwartet, dass in den kommenden 12 Monaten Gerichte Fragen zur Vorstandsvergütung, Mitgliederdaten und behördlichen Eingriffen klären werden. Ein wichtiges Urteil des Landgerichts Düsseldorf besagt, dass Apotheken keine fragebogenbasierten Verschreibungen von Telemedizin-Plattformen beliefern dürfen. „Das Apotheken-Modell ist der beste Zugang für Patienten, während das CSC-Modell für Freizeitkonsumenten gedacht ist“, sagt Ewenike.

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Die rechtlichen Rahmenbedingungen

Die rechtliche Lage in Bezug auf Werbung für Cannabis ist ebenfalls restriktiv. Anbauvereinigungen dürfen oft keine Social-Media-Präsenz haben, was die Sichtbarkeit und Reichweite stark einschränkt. Ewenike sieht hier großes Verbesserungspotenzial und fordert mehr juristisch qualifiziertes Personal in den Erlaubnisbehörden, um die Verfahrensverzögerungen zu reduzieren. „Junge Anwälte im Cannabis-Recht fehlt oft die praktische Erfahrung“, so ihre Einschätzung. Die Branche ist noch jung und stark von der Praxis geprägt – es gibt viel zu lernen!

Die Mitgliedschaft in einem CSC hat strenge Bedingungen: Es sind Identitätsprüfungen notwendig, und man darf nur maximal sieben Samen oder fünf Stecklinge pro Monat mitnehmen. Diese Vorschriften sollen sicherstellen, dass der Zugang zum Cannabis kontrolliert und transparent bleibt, was durchaus als Schritt in die richtige Richtung gewertet werden kann.

In einer Zeit, in der der medizinische Gebrauch von Cannabis immer mehr Anerkennung erfährt, könnte eine verpflichtende Video-Konsultation im medizinischen Bereich eine Lösung sein, die Ewenike vorschlägt. Ein Ansatz, der die Hürden für Patienten senken könnte und dabei hilft, die rechtlichen Rahmenbedingungen an die Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen.

Für weitere Informationen zu den rechtlichen Aspekten des Medizinal-Cannabis-Gesetzes und der Anbauverordnung kann man sich auch auf juravendis.de umsehen. Die Entwicklungen im Cannabis-Recht werden spannend bleiben, und wie Olivia Ewenike zurecht anmerkt, ist dies ein hochpolitisches Rechtsgebiet.