Ernteversicherung in Thailand: Dringender Reformbedarf für die Landwirtschaft
Die thailändische Landwirtschaft steht vor einer entscheidenden Wende, und das Thema Ernteversicherung ist dabei in aller Munde. Ein Forschungsbericht des PIER, veröffentlicht unter dem Titel „Ein Jahrzehnt der thailändischen Ernteversicherung: Zeit für große Anpassungen oder Weiterführung?“, beleuchtet die Situation der Ernteversicherungsmaßnahmen in Thailand. Seit zwei Jahren gibt es keine kontinuierlichen Projekte mehr, und die Analyse von sieben Jahren an Versicherungsdaten zeigt, dass das bestehende System ineffizient ist und stark von staatlichen Mitteln abhängt. Die Nachfrage nach Ernteversicherungen bei Landwirten ist niedrig und sinkt weiter. Ist das System noch zeitgemäß?
Eine der größten Herausforderungen sind extreme Wetterereignisse, die Landwirte erheblich belasten. Selbstversicherungsmechanismen, wie etwa Mischkulturen, bieten oft nicht den nötigen Schutz bei großflächigen Naturkatastrophen. Die Studie verknüpft große Datensätze, darunter die Landwirtschaftsregister mit über 4 Millionen Haushalten jährlich, staatliche Katastrophenhilfe, Ernteversicherungsdaten und Kredite von der Bank für Landwirtschaft und landwirtschaftliche Genossenschaften (BAAC). Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Versicherungszahlungen sind häufig verzögert – im Durchschnitt 126 Tage – und die Qualität der Ernteversicherung lässt stark zu wünschen übrig.
Strukturelle Hindernisse und Reformbedarf
Ein weiteres Problem sind die hohen Transaktionskosten und asymmetrischen Informationen, die die Landwirte davon abhalten, sich angemessen abzusichern. Die Abhängigkeit von staatlichen Subventionen für die Versicherungsprämien macht die Situation nicht besser. Die Ernteversicherung in Thailand wurde 2011 eingeführt, um Landwirte vor acht Hauptgefahren zu schützen. Doch die Studie zeigt, dass langfristige positive Auswirkungen auf Investitionen in die Landwirtschaft nicht erkennbar sind. Es benötigt dringend Reformen, um ein effektives und nachhaltiges Ernteversicherungssystem zu schaffen, das die Landwirte tatsächlich unterstützt.
Die Vorschläge zur Verbesserung des Systems sind vielfältig: Die Nutzung von Technologie, die Bündelung von Produkten und eine Anpassung der Rolle des Staates könnten dazu beitragen, die Situation zu verbessern. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Landwirte nicht nur auf kostenlose Versicherungen setzen, da dies den Anreiz zur Selbstverwaltung von Risiken mindert.
Ernteversicherungen in Deutschland: Ein Blick über den Tellerrand
Vergleicht man die Situation in Thailand mit den Regelungen in Deutschland, so wird deutlich, dass auch hier einige Herausforderungen bestehen. Förderfähige Kulturen wie Ackerbau, Grünland sowie Beeren-, Kern- und Steinobst werden in Deutschland unterstützt. Neuverträge gegen Sturm, Starkregen und Frost können bis zu 50% der zuwendungsfähigen Kosten gefördert werden, während Dürre pauschal mit 30% entschädigt wird. Doch Überschwemmungen sind hier nicht versichert, und die Schäden werden von anerkannten Schätzern ermittelt. Versicherungen können für einzelne oder mehrere Risiken abgeschlossen werden, was die Flexibilität erhöht.
In Deutschland müssen die Versicherungen bei Anbietern abgeschlossen werden, die eine Rahmenvereinbarung mit dem zuständigen Ministerium haben. Die Kosten richten sich dabei nach dem individuellen Versicherungsportfolio des Betriebs. Es zeigt sich, dass trotz der unterschiedlichen Ansätze beide Länder vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wenn es darum geht, die Landwirtschaft durch Versicherungen abzusichern.
Es bleibt also spannend zu beobachten, welche Reformen in Thailand notwendig sind, um die Landwirte besser zu unterstützen. Vielleicht gelingt es, durch innovative Ansätze und den Einsatz moderner Technologien ein System zu schaffen, das nicht nur existiert, sondern auch funktioniert.
Für weitere Informationen zur thailändischen Ernteversicherung, siehe den vollständigen Bericht hier. Und um mehr über die deutschen Regelungen zu erfahren, klicken Sie bitte hier.
