Nachhaltigkeit im Tourismus: Drei Hotels in Bangkok setzen auf umweltbewusste Praktiken
Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort, das momentan in aller Munde ist. Besonders im Tourismus, der bekanntlich ein erheblicher Verursacher von Treibhausgasemissionen ist, wird es zunehmend wichtiger, umweltbewusste Praktiken zu implementieren. Drei Hotels in Bangkok haben sich diesem Trend angeschlossen und wurden mit einem Nachhaltigkeitszertifikat von CF-Hotels ausgezeichnet. Diese Plattform, die im Jahr 2022 von der Tourism Authority of Thailand (TAT) ins Leben gerufen wurde, hilft Hotels, ihre Umweltdaten zu erfassen und unterstützt sie dabei, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Über 700 Hotels haben sich bereits dem CF-Hotels-Projekt angeschlossen, und 216 Hotels erhielten im Jahr 2023 das begehrte Nachhaltigkeitszertifikat. Die benutzerfreundliche Plattform entspricht dem ISO 14064-1 Standard, was die Beantragung internationaler Nachhaltigkeitszertifikate erleichtert. Hier gibt es weitere Informationen.
Unter den ausgezeichneten Hotels sticht das Modena by Fraser Bangkok hervor. Es ist ein Mittelklassehotel mit einem umweltfreundlichen Design, das sich in der Nähe des Queen Sirikit National Convention Center befindet. Besonders beeindruckend ist das implementierte Energy Recovery System, das Kälteenergie wiederverwendet. Die Einsparungen zeigen sich deutlich – durchschnittlich 10.000 Baht pro Monat weniger bei den Stromkosten! Zudem setzt das Hotel auf LED-Beleuchtung und sensorbasierte Lichtsysteme, die nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schonen. Um Transportemissionen und Verpackungsmüll zu reduzieren, wird sogar eigenes Gemüse für das Restaurant angepflanzt.
Fünf Sterne für Nachhaltigkeit
Das Waldorf Astoria Bangkok, ein Fünf-Sterne-Hotel im Stadtzentrum und Teil der Hilton-Gruppe, verfolgt ebenfalls ehrgeizige ESG-Initiativen. Über 90.530 Wasserboxen wurden für das Green Shelter Project gespendet, und die Zusammenarbeit mit der Stiftung Scholars of Sustenance hat zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung beigetragen – insgesamt 12,8 Tonnen wurden gespendet. Bewegungssensoren zur Energieeinsparung haben den Stromverbrauch um 39% gesenkt. Auch der Wasserverbrauch wird durch verschiedene Maßnahmen reduziert, und nachfüllbare Produkte kommen zum Einsatz.
Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel ist das Mövenpick BDMS Wellness Resort Bangkok. Hier wird Nachhaltigkeit in vier Dimensionen betrachtet: Schlaf, Ernährung, Veranstaltungen und Gesundheit. Mit der Green Globe Certification ausgestattet, setzt das Hotel auf umweltfreundliches Design und arbeitet mit der Humane Society International zusammen, um umweltfreundliche Menüs anzubieten. Die Installation von Solarpanelen und LED-Beleuchtung trägt zur Energieeinsparung bei, während durch effiziente Systeme der Wasserverbrauch um 3.763 m³ im Jahr 2023 gesenkt wurde. Auf diese Weise wird auch Plastikabfall upgecycelt, was zur Reduktion von Lebensmittelabfällen um satte 70% führt.
Die Initiative dieser Hotels ist nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Tourismusbranche Verantwortung übernehmen muss. Laut dem Umweltbundesamt ist der Tourismus ein wachsender Bereich, der von 351,2 Millionen Übernachtungen im Jahr 2006 auf 447,2 Millionen im Jahr 2016 zulegte. Diese Zunahme bringt jedoch auch erhebliche Umweltauswirkungen mit sich. Der CO2-Ausstoß durch touristischen Verkehr, insbesondere durch Flugreisen, trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Es ist nicht nur der CO2-Ausstoß, der zählt, sondern auch die „Nicht-CO2-Effekte“, die in ihrer Klimawirkung sogar das Doppelte des CO2 ausmachen.
Der Klimawandel ist nicht nur eine Bedrohung für die Umwelt, sondern auch für den Tourismus selbst. Überschwemmte Strände in Mecklenburg-Vorpommern oder das Ausbleiben von Wintersporttouristen am schneefreien Feldberg im Schwarzwald sind nur einige Beispiele dafür, wie der Klimawandel den Tourismussektor direkt beeinflusst. Das Bundesamt für Naturschutz hat erkannt, dass der Tourismus sowohl von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen als auch Mitverursacher ist. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, nachhaltige und klimafreundliche Tourismuskonzepte zu entwickeln, um den Herausforderungen, die durch klimawandelbedingte Extremwetterereignisse entstehen, zu begegnen.
