Die neuesten Prognosen von KGI Securities für die Thai Oil Public Company (TOP) zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung im ersten Quartal 2023. Laut den Analysten wird ein Gewinn von 19,6 Milliarden Baht erwartet, was einen beeindruckenden Anstieg von 460% im Vergleich zum Vorjahr und 697% im Vergleich zum vorherigen Quartal bedeutet. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf signifikante Gewinne aus Ölbeständen und höhere Raffineriemargen zurückzuführen.
Die Schätzungen verheißen Gutes: TOP wird voraussichtlich einen Nettogewinn aus Ölbeständen von 19,8 Milliarden Baht verzeichnen, im Vergleich zu nur 1,2 Milliarden Baht im ersten Quartal 2022 (1Q68) und einem Verlust von 3,1 Milliarden Baht im vierten Quartal 2022 (4Q68). Der Anstieg des Preises für Dubai-Rohöl von 62 USD/bbl im Dezember 2022 auf 128 USD/bbl im März 2023 hat ebenfalls zur positiven Prognose beigetragen. Zudem wird die Markt-Raffineriemarge (GRM) von TOP voraussichtlich um 247% YoY und 29% QoQ auf 12,1 USD/bbl steigen, während die Raffineriekapazität stabil bei 311 KBD bleibt.
Gewinnprognosen und Marktbedingungen
Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass der Gewinn aus Aromastoffen voraussichtlich QoQ steigen wird, unterstützt durch einen Anstieg der Spreads. Allerdings wird ein Verlust aus Hedging auf 8,0 Milliarden Baht geschätzt, was im Vergleich zu einem Verlust von 996 Millionen Baht im 4Q68 einen deutlichen Anstieg darstellt. Ein einmaliger Gewinn von etwa 600 Millionen Baht nach Steuern wird aus dem Rückkauf von Anleihen in Höhe von 550 Millionen USD im Februar erwartet.
Der Hauptgewinn von TOP wird voraussichtlich bei 11,3 Milliarden Baht liegen, was einem Anstieg von 475% YoY und 63% QoQ entspricht. Die Gewinnprognose für 2023 wurde um 27% auf 21,5 Milliarden Baht angehoben, während die Prognose für 2024 um 2% auf 17,1 Milliarden Baht gesenkt wurde. Die Annahmen für den Rohölpreis wurden ebenfalls angehoben, was auf eine dynamische Marktentwicklung hinweist. Die Zielaktienkursprognose für 2023 bleibt bei 50,50 Baht, basierend auf einem angepassten EV/EBITDA von 5,75x. Trotz dieser positiven Prognosen empfiehlt KGI Securities, die Aktien von TOP zu halten, da anhaltende staatliche Eingriffe zur Senkung der Dieselpreise zu beachten sind.
Globale Marktbewegungen und deren Auswirkungen
Die Entwicklungen bei TOP stehen im Einklang mit den globalen Trends, die auch große Ölkonzerne wie ExxonMobil, Shell, Chevron und BP betreffen. Diese Unternehmen haben ebenfalls positive Ergebnisse veröffentlicht, trotz der rückläufigen Energiepreise der letzten zwei Jahre. Die Energiepreise haben das Niveau von Mitte 2021 erreicht, nachdem die Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine nachgelassen haben. BP, zum Beispiel, hat einen Strategiewechsel eingeleitet, der Sparmaßnahmen und Verkäufe von Unternehmensanteilen umfasst. Ihr bereinigter Gewinn im zweiten Quartal betrug 2,4 Milliarden Dollar, was 14 Prozent niedriger als im Vorjahr, aber über den Analystenerwartungen von 1,8 Milliarden Dollar lag.
ExxonMobil erzielte im zweiten Quartal einen Gewinn von 7,1 Milliarden Dollar, was die Markterwartungen übertraf. In diesem Kontext plant die OPEC+, die tägliche Fördermenge ab September zu erhöhen, was auf einen Kurswechsel in der Organisation hinweist. Diese Maßnahmen sind durch den Finanzbedarf einiger Produzenten, insbesondere Russlands, motiviert. Analysten warnen, dass der Ölpreis über 80 Dollar pro Barrel steigen könnte, wenn es zu Störungen bei der Abnahme von russischem Rohöl kommt. Der Rückzug Indiens von russischem Öl könnte zudem die Weltmarktpreise steigen lassen, da Indien der größte Abnehmer russischen Öls ist und bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag kauft.
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen bei TOP und den globalen Ölkonzernen, dass trotz der Herausforderungen im Energiemarkt nach wie vor erhebliche Gewinnpotenziale bestehen. Die Kombination aus steigenden Rohölpreisen und strategischen Anpassungen der Unternehmen könnte die zukünftige Marktentwicklung nachhaltig beeinflussen. Weitere Informationen zu den Marktbewegungen finden Sie auch in der ausführlichen Analyse auf naewna.com und tagesschau.de.