Entwicklungen im thailändischen Kohlenstoffmarkt und die Herausforderungen für die Klimaneutralität bis 2050
In Thailand gibt es aktuell viele spannende Entwicklungen im Bereich des Kohlenstoffmarktes. Die Forschung zeigt, dass dieser Markt trotz seiner Freiwilligkeit und der Motivation vieler Unternehmen, die aus CSR-Gründen handeln, nicht besonders populär ist. Die Thailand Voluntary Emission Reduction Program (T-VER) steht im Mittelpunkt der Bemühungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Im ersten Quartal des Haushaltsjahres 2023 wurden immerhin 101.894 Tonnen CO2-Äquivalente gehandelt – das sind 17,78 Millionen Baht! Wobei der Preis für Kohlenstoffgutschriften von 125,05 Baht auf 174,52 Baht pro Tonne gestiegen ist. Aber der Markt bleibt im Vergleich zu den gesamten Treibhausgasemissionen in Thailand klein; 2021 betrug der Marktwert nur 146,7 Millionen Baht.
Ein weiteres wichtiges Ziel ist die klimaneutrale Ausrichtung des Landes bis 2050 (also im Jahr 2593 nach thailändischem Kalender). Der Energiesektor ist dabei der Hauptverursacher mit 65,9% der Treibhausgasemissionen, was etwa 385,94 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr entspricht. Klimawandel ist ein riesiges Problem für Thailand! Er hat das Land wirtschaftlich geschätzt 5,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr gekostet. Das sollte uns allen zu denken geben.
Handlungsbedarf und Regierungsvorhaben
Die Regierung wird dringlich aufgefordert, den Kohlenstoffmarkt durch die Einführung eines verbindlichen Emissionshandelssystems (ETS) zu stärken. Dies könnte helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den internationalen Anforderungen gerecht zu werden. Vorschläge zur Entwicklung des Kohlenstoffmarktes beinhalten klare rechtliche Rahmenbedingungen, eine Förderung der Nachfrage im freiwilligen Markt, die Verbesserung der Standards für Kohlenstoffgutschriften und die Unterstützung von Projekten zur Kohlenstoffabscheidung. Ein Kohlenstoffsteuer für Unternehmen mit hohen Emissionen wird ebenfalls in Erwägung gezogen. Wir bleiben gespannt, wie sich das entwickeln wird!
Ein Drittel der thailändischen Arbeitskräfte ist im Agrarsektor tätig. Die Landwirtschaft macht 21% des Inflationskorbs aus, was bedeutet, dass klimatische Veränderungen direkte Auswirkungen auf die Lebensgrundlage vieler Menschen haben können. Zwischen 2000 und 2019 verursachten klimatische Veränderungen wirtschaftliche Schäden von 0,82% des BIP. 2011 waren die Kosten für die Wiederherstellung nach Überschwemmungen astronomisch – 46 Milliarden US-Dollar! Und die Dürre von 2020 hat den Wasserstand in Stauseen um 33% sinken lassen. Das ist nicht nur ein statistisches Problem; das betrifft das tägliche Leben der Menschen vor Ort.
Internationale Perspektiven
Im globalen Kontext ist Thailand nicht allein. Viele Länder setzen sich Ziele zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen, und das Übereinkommen von Paris hat internationale marktbasierte Klimaschutzmechanismen gefördert. Das europäische Emissionshandelssystem ist hierbei ein Vorreiter. In Deutschland und Österreich gibt es nationale Emissionshandelssysteme für fossile Brennstoffe, und das chinesische System ist das größte weltweit. Der CO2-Preis wird durch eine Obergrenze und die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen bestimmt, und hier zeigt sich, wie wichtig klare Regelungen sind.
Die Schaffung eines kohlenstoffneutralen Netzwerks in Thailand könnte die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren fördern. Ein Gesetz zur Bekämpfung des Klimawandels wird vorbereitet, das Regelungen für Kohlenstoffgutschriften und den Kohlenstoffmarkt beinhalten wird. Die Organisation zur Verwaltung von Treibhausgasen (TGO) fördert bereits Projekte zur Reduzierung von Emissionen, und es gibt 350 registrierte Projekte zur Kohlenstoffgutschrift in Thailand. Die Zukunft ist also spannend – sowohl für die thailändische Regierung als auch für die Unternehmen, die ihre Kohlenstoffemissionen messen und berichten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer weiß, vielleicht wird Thailand in der nächsten Zeit ein Vorbild für andere Länder! Wir bleiben dran!
Für weitere Informationen über die Entwicklungen im Kohlenstoffmarkt in Thailand finden Sie hier und hier interessante Fakten. Auch die Bundeswirtschaftsministerium bietet spannende Einblicke zu internationalen Märkten und deren Klimaschutzmechanismen.
