Heute ist der 26.05.2026, und es sind nun 35 Jahre vergangen, seit das verheerende Unglück des Lauda-Air-Flugs 004 die Luftfahrtgeschichte geprägt hat. An diesem schicksalhaften Tag vor 35 Jahren startete die Boeing 767-3Z9ER mit der Kennung OE-LAV, die den Namen „Mozart“ trug, von Bangkok nach Wien. An Bord befanden sich 223 Menschen, darunter die 31-jährige Birgit Wiesinger, die als Purserin für den Bordservice verantwortlich war. Für Wiesinger, die 1988 in die Lauda Air eintrat und schnell Karriere machte, sollte es der letzte Langstreckenflug werden.
Birgit Wiesinger war eine leidenschaftliche Flugbegleiterin. Sie hatte sich durch ihre hervorragenden Servicestandards und die Definition von monatlichen Zielen, wie der korrekten Handhabung von Cocktailservietten, einen Namen gemacht. Sie war in einer Beziehung mit Dietmar N., und beide planten eine Hochzeit auf Aruba. Um mehr Zeit für ihre Beziehung zu haben, wollte sie die Langstreckenflüge aufgeben. So war es besonders bitter, dass sie an diesem Tag, dem 26. Mai 1991, als Purserin an Bord der „Mozart“ war. Nur 15 Minuten nach dem Start, als das Flugzeug eine Höhe von 24.700 Fuß erreicht hatte, kam es zu einem katastrophalen Vorfall – die Schubumkehr des linken Triebwerks öffnete sich unerwartet und führte zu einem Kontrollverlust. Das Flugzeug stürzte ab, und es gab keine Überlebenden.
Der Unfall und seine Ursachen
Der Flug hatte um 23:02 Uhr Ortszeit in Bangkok abgehoben. Die Tragödie ereignete sich um 23:17 Uhr, als das Flugzeug etwa 5,6 Kilometer von Phu Toey entfernt abstürzte. Ein Gutachter stellte später fest, dass die „Mozart“ seit Januar 1991 nicht mehr hätte fliegen dürfen. Es gab Berichte über Wartungsprobleme, und das Management von Lauda Air stand unter Druck, was möglicherweise die Sicherheitsstandards beeinträchtigte. Das Flugzeug hätte aufgrund von schweren Wartungsmängeln nicht mehr fliegen dürfen, und die Schubumkehr hatte bereits seit Monaten Warnmeldungen ausgelöst. Diese Missstände führten zu einer FAA-Anordnung, die Schubumkehr bei der Boeing 767 vorübergehend zu verbieten. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass die Schubumkehr bei Mach 0,78 aktiviert wurde, was zu einem plötzlichen einseitigen Schubverlust führte und letztlich die Zerstörung des Flugzeugs zur Folge hatte. Für die Passagiere und die Besatzung gab es keine Chance.
Die Nachwirkungen und das Gedenken
Nach dem Unglück wurde Birgit Wiesingers Leichnam identifiziert und nach Österreich überstellt, wo sie auf einem Friedhof im steirischen Mürztal beigesetzt wurde. Ihr Verlobter Dietmar N. konnte den Verlust nie überwinden und isolierte sich von seiner Umwelt. Die Tragödie hinterließ nicht nur tiefen Schmerz bei den Angehörigen, sondern führte auch zu umfassenden Änderungen in der Luftfahrtindustrie. Die Wartungsstandards wurden verschärft, und das Schubumkehrsystem wurde überarbeitet, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.
Die Medien berichteten ausführlich über den Unfall, doch nicht alle Berichte waren einwandfrei recherchiert. Kritiker warfen der Berichterstattung vor, dass sie nicht nur mangelhaft war, sondern auch mögliche Manipulationen von Beweismitteln durch Lauda Air thematisierten. Die Dokumentationsreihe „Mayday – Alarm im Cockpit“ widmete dem Unglück eine Episode und beleuchtet die dramatischen Ereignisse und deren Folgen.
Wenn wir heute über den Unfall sprechen, ist es wichtig, auch die Lehren zu betrachten, die aus dieser Tragödie gezogen wurden. Die Luftfahrt hat sich weiterentwickelt, aber der Verlust von Birgit Wiesinger und den 222 anderen Menschen an Bord bleibt unvergessen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der ausführlichen Berichterstattung auf Spiegel.de.