Arbeitsmigration in Thailand: Maßnahmen gegen Personalmangel und Herausforderungen durch Abwanderung
In Thailand gibt es gerade einige spannende Entwicklungen im Bereich der Arbeitsmigration. Das thailändische Kabinett hat entschieden, die Aufenthalts- und Arbeitsfrist für Migrantinnen und Migranten aus Myanmar, Laos und Vietnam bis zum 11. Dezember 2027 zu verlängern. Diese Maßnahme ist notwendig, denn ohne sie wären zahlreiche Arbeitserlaubnisse im laufenden Jahr abgelaufen. Besonders betroffen wären die Branchen Industrie, Bau und Tourismus gewesen, die bereits jetzt unter einem akuten Personalmangel leiden. Am 14. Juli 2026 wurde die Verlängerung dieser Übergangsfrist genehmigt, um die Wirtschaft zu unterstützen und den Mangel an Arbeitskräften in Industrie und Dienstleistungen zu mildern. Die Entscheidung wirkt sich positiv auf die Stabilität der Lieferketten in der Fertigung und der Abläufe in der Landwirtschaft aus und gibt den Unternehmen die Möglichkeit, weiterhin mit ihren angelernten Kräften zu planen. Das ist eine gute Nachricht für viele Betriebe, die sich in Zuwandererhochburgen und Tourismusregionen befinden.
Das thailändische Arbeitsministerium unter der Leitung von Pongkawin Jungrungruangkit hat zudem weitere Schritte unternommen, um den Arbeitskräftemangel aktiv zu bekämpfen. Es gibt Pläne, eine erste Gruppe von 10.000 sri-lankischen Arbeitern ins Land zu holen. Diese Initiative wird als notwendig erachtet, um das Risiko eines weiteren Arbeitskräftemangels zu minimieren und um die Unternehmen zu unterstützen. Ein erweiteter Vorschlag zur Anwerbung von Arbeitskräften wird dem Kabinett in dieser Woche vorgelegt. Dabei wird auch in Erwägung gezogen, thailändische Arbeitskräfte zu mobilisieren, einschließlich Wehrpflichtiger und Häftlinge mit gutem Verhalten. Interessanterweise werden auch illegale Arbeiter, die bereits in Thailand sind, registriert, um sie offiziell ins System aufzunehmen. Die thailändische Handelskammer unterstützt diese Pläne, da der Mangel an Arbeitskräften verschiedene Sektoren bedroht.
Die Herausforderung der Abwanderung
Die Situation ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Rangsiman Rome von der People’s Party (PP) warnt vor den wirtschaftlichen Folgen der massenhaften Abwanderung kambodschanischer Arbeitsmigranten. Er hebt hervor, dass nur noch rund 10 % der ursprünglich geschätzten 300.000 kambodschanischen Arbeitskräfte in Thailand verblieben sind. Das hat bereits spürbare Auswirkungen auf die Produktionssektoren, insbesondere in der Landwirtschaft und im Bauwesen. Die Störungen, die durch den Weggang dieser Arbeiter verursacht werden, könnten langfristige Schäden für die thailändische Wirtschaft nach sich ziehen, wenn sich die Situation nicht bald verbessert. Am 19. August 2025 verabschiedete das Kabinett Maßnahmen zur Entschärfung des Problems, die Arbeitgebern die Beantragung neuer Arbeitserlaubnisse für kambodschanische, laotische und myanmarische Arbeitskräfte ermöglichen.
Und während das Kabinett die Anwerbung von Sri Lankern plant, gibt es auch Stimmen, die warnen, dass die Zahl der Sri Lanker möglicherweise nicht dem tatsächlichen Bedarf in Thailand entspricht. Kambodschaner arbeiten in der Regel in angelernte und gering qualifizierte Jobs, während Sri Lanker oft über mehr Qualifikationen im Gastgewerbe verfügen. Prof. Pongtep Suntikul von der Thammasat-Universität fordert, die bereits in Thailand lebenden Kambodschaner zu behalten und die Registrierung illegaler Migranten zu verschärfen. Diese komplexe Situation zeigt, wie wichtig es ist, die Menschenrechte gemäß den ILO-Konventionen zu achten und die bestehenden Gesetze konsequent umzusetzen.
Alles in allem ist es eine aufgewühlte Zeit für die Arbeitsmigration in Thailand. Die Maßnahmen des Kabinetts zur Unterstützung der Wirtschaft und zur Milderung des Arbeitskräftemangels sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Herausforderungen sind groß. Die Frage bleibt, ob die geplanten Maßnahmen ausreichen, um die Bedürfnisse der thailändischen Wirtschaft langfristig zu decken.
