Heute ist der 4.05.2026 und hier in Bangkok gibt es wieder spannende Neuigkeiten aus der Welt der Finanzen und Edelmetalle. Insbesondere der Goldpreis sorgt derzeit für Aufregung. Trotz zahlreicher Krisen liegt der Preis für eine Unze Gold aktuell bei 4.500 US-Dollar. Das ist ein Rückgang, der viele überrascht hat, schließlich erreichte der Goldpreis Ende Januar noch beeindruckende 5.600 US-Dollar. Wie kann es sein, dass der Preis so stark sinkt, während die geopolitischen Spannungen zunehmen? Nun, die Zentralbanken mussten anscheinend Gold auf den Markt werfen, um den Preis zu stabilisieren. Dies ist eine interessante Wendung, wenn man bedenkt, dass Tether im vergangenen Jahr der zweitgrößte Käufer von Gold war, wie im Podcast Tichys Börsenwecker berichtet.
Philipp Mattheis, ein erfahrener Korrespondent, der bereits für renommierte Publikationen wie die Wirtschaftswoche und Capital geschrieben hat, beleuchtet in diesem Podcast die aktuelle Situation. Mattheis hat nicht nur ein Gespür für die Märkte, sondern auch ein Buch geschrieben – „Die dreckige Seidenstraße“ – das zu einem Bestseller wurde. Die Hörerzahlen des Podcasts sind beeindruckend: Rund 200.000 Menschen schalten täglich ein, um sich über Aktien, Anleihen, Gold und Bitcoin zu informieren. Roland Tichy, Herausgeber von Tichys Einblick, freut sich sichtlich über die Zusammenarbeit mit Mattheis.
Goldkäufe der Zentralbanken
Ein genauerer Blick auf die Hintergründe zeigt, dass die Notenbanken weltweit im ersten Quartal 244 Tonnen Gold netto gekauft haben – ein deutlicher Anstieg von 208 Tonnen im Vorquartal. Dies geht aus Schätzungen des World Gold Council hervor, die von Bloomberg veröffentlicht wurden. Hauptkäufer sind Länder wie Polen, Usbekistan und China. John Reade, Chefstratege beim World Gold Council, erklärt, dass die Zentralbanken die Korrektur beim Goldpreis genutzt haben, um ihre Bestände aufzustocken. Trotz dieser hohen Nettokäufe gab es jedoch auch Verkäufe von etwa 115 Tonnen Gold durch Länder wie die Türkei, Russland und Aserbaidschan. Diese Länder verkaufen Gold, um ihre jeweiligen wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Die Türkei beispielsweise versucht, die Lira zu stabilisieren, während Russland ein Haushaltsdefizit ausgleicht.
Es bleibt jedoch zu beachten, dass ein erheblicher Teil der Käufe von Zentralbanken nicht offengelegt wird und somit in den offiziellen Statistiken des Internationalen Währungsfonds nicht auftaucht. Metals Focus Ltd, ein Unternehmen, das die tatsächlichen Käufe ermittelt, geht davon aus, dass die wahren Mengen tatsächlich höher sind als die veröffentlichten Zahlen. Besonders China ist bekannt dafür, seine Goldbestände zu verschleiern – ein Umstand, der die Transparenz in diesem Sektor erschwert.
Geopolitische Unsicherheiten und ihre Auswirkungen
Der jüngste Preisanstieg und die Käufe von Zentralbanken sind nicht von ungefähr gekommen. Die geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine, haben die Käufe angeheizt. Tatsächlich haben sich die Goldbestände in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Laut dem World Gold Council planen Zentralbanken weltweit, ihre Goldkäufe auch in diesem Jahr fortzusetzen. Bemerkenswert ist, dass 95 Prozent der befragten Zentralbanken einen Anstieg ihrer Goldreserven in den nächsten zwölf Monaten erwarten – ein Rekordwert seit 2018.
Die Käufe werden vor allem durch Bedenken um den US-Dollar und Sanktionsrisiken angetrieben. Gold hat den Euro als zweitwichtigste Reservewährung nach dem US-Dollar überholt. Die Zentralbanken diversifizieren sich zunehmend weg vom US-Dollar, und einige planen sogar, ihre Goldreserven ins eigene Land zu verlagern. Ein bemerkenswerter Schritt, wenn man bedenkt, dass die New Yorker Fed und London die Hauptlagerstätten für Goldvorräte sind. Die Deutsche Bundesbank lagert beispielsweise 37 Prozent ihrer Goldreserven in New York. Dennoch bleibt die Diskussion über den Abzug von Gold aus New York ein heißes Thema, das als Mangel an Vertrauen in die Federal Reserve interpretiert werden könnte – eine spannende Entwicklung, die wir weiter beobachten sollten.