Am 26. Mai 1991 geschah eine Tragödie, die in die Geschichtsbücher der Luftfahrt eingehen sollte. Die Lauda-Air-Boeing 767 „Mozart“ stürzte in Bangkok ab, und tragischerweise überlebte niemand von den 223 Menschen an Bord. Unter den Opfern war auch die junge Flugbegleiterin Karin Reimitz, die im Jänner 1967 in Wien geboren wurde und 1989 im Alter von 22 Jahren bei Lauda Air ihren Dienst antrat. Ihr Vater, Gerhard Reimitz, war ebenfalls Passagier auf diesem schicksalhaften Flug. Beide verloren ihr Leben nur 15 Minuten nach dem Start. Die Identifikation der beiden dauerte eine Weile, doch am Ende wurden sie im Familiengrab mütterlicherseits auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Die Umstände des Absturzes sind ebenso tragisch wie komplex. Ein geheimes Gutachten der Wiener Staatsanwaltschaft, das von Prof. Ernst Zeibig verfasst wurde, legt nahe, dass die „Mozart“ seit Januar 1991 nicht mehr hätte fliegen dürfen. Ein Konstruktionsfehler führte dazu, dass sich die Schubumkehr des linken Triebwerks ohne Zutun der Crew aktivierte. Dies sorgte dafür, dass die Boeing 767 kippte, die Schallmauer durchbrach und im thailändischen Dschungel abstürzte. Der technische Direktor Hanns Pekarek hatte bereits vor dem Unfall vor dem Druck auf das Wartungspersonal gewarnt und verlässt die Airline aus Angst vor einem Unglück. Diese technischen Probleme und das Fehlen von über 20 Einträgen im technischen Logbuch werfen einen Schatten auf die Abläufe bei Lauda Air und die Verantwortlichen.

Das vergessene Grab

Heute, 35 Jahre nach dem Unglück, ist der Zustand der Gräber von Karin und Gerhard Reimitz besorgniserregend. Auf dem Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 81B, Reihe 16, Nummer 37, zeigt das Grab von Karin einen trostlosen Zustand. Das steinerne Kreuz ist abgebrochen, frische Blumen oder Kerzen sind nicht vorhanden. Patrick Huber, der ein Buch über die Katastrophe verfasst hat, hat mehrfach das Grab besucht und zur Erinnerung eine Kerze angezündet. Die Grabplatte von Gerhard Reimitz ist zerbrochen und der Grabstein umgestürzt. Ein Bild des Verfalls, das die Vergänglichkeit des Lebens und die Trauer der Hinterbliebenen widerspiegelt.

Hubers Buch beleuchtet die menschlichen Schicksale hinter der Tragödie. Es enthält Interviews mit Zeitzeugen, die von gefälschten Protokollen und wirtschaftlichen Interessen berichten. Die Entschädigungen an die Hinterbliebenen sind ein weiteres Thema. Einige Opfer, darunter 27 Menschen, blieben bis heute unerkannt und wurden in Thailand beerdigt. Niki Lauda hatte DNA-Analysen für die Angehörigen versprochen, doch diese wurden nie umgesetzt. Das Buch hat 456 Seiten und bietet rund 150 Fotos sowie mehr als 50 Farbseiten. Es kann über den Webshop des Verlages „Epubli“ und in Buchhandlungen in Österreich und Deutschland erworben werden.

Ein unvollendetes Gedächtnis

Die Gedenkstätte in Thailand wird nur mühsam erhalten, während in Österreich eine zentrale Erinnerungsstätte fehlt. Viele Angehörige erhielten keine psychologische Betreuung, was die Trauer über die verlorenen Lieben noch verstärken kann. Der Fall wirft Fragen auf, nicht nur zur Sicherheit in der Luftfahrt, sondern auch zur Verantwortung, die die Gesellschaft gegenüber den Opfern und ihren Familien hat. Der Druck, der auf den Wartungsarbeiten lastete, und die Berichte über mögliche Aktenvernichtung nach dem Absturz schaffen ein Bild von einem System, das versagt hat.

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Es ist ein Trauerspiel, das die Luftfahrtgeschichte geprägt hat und weiterhin Fragen aufwirft. Auch heute, am 27. Mai 2026, bleibt der Lauda-Air-Absturz ein schmerzhaftes Kapitel, das nicht vergessen werden sollte. Weitere Informationen zu den Versäumnissen der Behörden finden Sie auf Spiegel.de.