Am Donnerstagabend, dem 11. Juni 2026, verstarb die thailändische Prinzessin Bajrakitiyabha im Alter von 47 Jahren in einem Bangkoker Krankenhaus. Sie hatte seit Dezember 2022 in einem Koma gelegen, nachdem sie einen Herzinfarkt erlitten hatte, von dem sie sich nie erholte. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich im vergangenen Monat durch Infektionen, und die genauen Umstände ihres Herzinfarkts und der anschließenden Probleme blieben der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Ihr Tod bringt nicht nur Trauer, sondern auch Unsicherheit in die thailändische Monarchie, die seit der Thronbesteigung von König Maha Vajiralongkorn (Rama X.) vor neun Jahren an Popularität verloren hat, wie zuletzt berichtet wurde.

Bajrakitiyabha war die älteste Tochter von König Vajiralongkorn und Prinzessin Soamsavali Kitiyakara, geboren am 7. Dezember 1978 in Bangkok. Ihre Karriere war beeindruckend – sie war nicht nur Juristin und Staatsanwältin, sondern auch Diplomatin. Von 2012 bis 2014 diente sie als Botschafterin Thailands in Österreich und war dort eine wichtige Stimme für die Rechte von Frauen und die Reform des Strafvollzugs. Ihre Initiativen, insbesondere zur Unterstützung weiblicher Gefangener, machten sie zu einer der sichtbarsten Figuren der thailändischen Königsfamilie. Zudem war sie die erste Enkelin des verehrten König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.), der über 70 Jahre regierte. Ihr Tod wird also nicht nur von persönlichen Verlusten begleitet, sondern auch von Fragen zur zukünftigen Erbfolge.

Ein ungewisses Erbe

Nachdem Bajrakitiyabha aus dem Rennen um die Thronfolge scheidet, muss nun über die Zukunft des thailändischen Königshauses nachgedacht werden. Der junge Prinz Dipangkorn Rasmijoti, ihr Halbbruder aus der dritten Ehe von König Vajiralongkorn, gilt als Hauptanwärter auf den Thron, hat aber nicht die gleiche Ausstrahlung wie seine Schwester. Auch Prinzessin Sirivannavari, die Tochter aus einer anderen Ehe des Königs, könnte in den Fokus rücken, aber die Überlegungen sind kompliziert. Die beiden Brüder von Bajrakitiyabha leben im Exil in den USA und zeigen kein Interesse an einer Rolle im Königshaus. Das wirft Fragen auf, ob die Monarchie in der aktuellen Form überleben kann.

Unterdessen hat König Vajiralongkorn, der in Bayern residiert und ein Vermögen von über 60 Milliarden US-Dollar verwaltet, sich von dem Mythos distanziert, dass der Königspalast über der Tagespolitik steht. Diese Distanzierung hat nicht unwesentlich zur Abnahme der Beliebtheit der Monarchie beigetragen. Kritische Stimmen zur Monarchie werden drakonisch bestraft, und das Majestätsbeleidigungsgesetz wird als politisches Repressionsinstrument eingesetzt. Die Zahl der Verurteilungen wegen Majestätsbeleidigung hat sich in den letzten Jahren vervielfacht, und viele Oppositionelle sind ins Ausland geflüchtet.

Eine geänderte Welt

Prinzessin Bajrakitiyabha war nicht nur ein Mitglied des Königshauses, sondern auch eine Stimme des Wandels. Ihr Engagement für die Rechte von Frauen und ihre humanitären Projekte setzen einen Kontrapunkt zu den politischen Turbulenzen in Thailand. Unter anderem war sie Goodwill-Botschafterin der Vereinten Nationen für Frauenfragen und setzte sich für die „Bangkok Rules“ ein, die die Bedingungen für inhaftierte Frauen verbessern sollen. Ihre Initiative zur Unterstützung inhaftierter Mütter in Thailand zeigt den menschlichen Einsatz, den sie in ihrer Rolle einbrachte.

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Die Situation in Thailand bleibt angespannt. Die Monarchie steht vor der Herausforderung, sich neu zu definieren und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Der Tod von Bajrakitiyabha könnte den Druck auf den König erhöhen, endlich einen offiziellen Thronfolger zu benennen, was bis zu ihrem Tod nicht geschehen ist. Ihre Abwesenheit wird eine Lücke hinterlassen, die schwer zu füllen sein wird, sowohl innerhalb der königlichen Familie als auch in der thailändischen Gesellschaft.

Ihr Leichnam soll mit höchsten königlichen Ehren im Großen Palast aufgebahrt werden, doch der Blick auf die Zukunft bleibt düster. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Monarchie ohne diese einflussreiche Figur entwickeln wird, während die Thailänder auf eine Stabilität hoffen, die in den letzten Jahren zunehmend fragil geworden ist. Der Verlust von Prinzessin Bajrakitiyabha hat die Unsicherheit rund um das thailändische Königshaus nur verstärkt. Das Kapitel, das sie repräsentierte, ist nun geschlossen – und mit ihm viele Hoffnungen auf Wandel und Reform.

Für weitere Informationen über das Leben und die Leistungen von Prinzessin Bajrakitiyabha können Sie den Artikel von NZZ sowie die Wikipedia-Seite besuchen.